Lady Gagas und Bruno Mars‘ „Die with a smile“ dröhnt mir aus meinem Feed entgegen. Jeder benutzt dieselbe Hook, dieselbe Mimik, dieselbe Story. Und ich? Ich langweile mich, denn anfangs war der Trend ja ganz schön, aber nach dem 10 Reel ist er irgendwie… ausgelutscht.
Wenn ich Unternehmerinnen frage, wieso sie auf den Trendzug aufspringen wollen, höre ich das gleiche: „Die Leute mögen es und es bringt uns Reichweite.“
Reichweite, ja. Das tut es manchmal. Doch lohnt es sich deswegen wirklich, sich in die Schlange der Nachahmer:innen einzureihen? Nein. Denn Schritt für Schritt nimmt der Trend deiner Marke etwas weg, bis sie nicht mehr nach dir klingt, sondern nach… allen anderen.
Doch die eigentliche Gefahr liegt tiefer: Die Angst, nicht dazuzugehören. Eine Urangst der Menschen. Die Angst, als Unternehmen und Marke an Relevanz zu verlieren. Die Angst hinter der Konkurrenz zurückzubleiben.
Und genau diese Ängste übersetzen viele in Reichweite, Follower-Zahlen, Likes. Doch Reichweite bedeutet nicht automatisch Relevanz. Noch weniger bedeutet sie Vertrauen. Davon mal abgesehen zahlt Reichweite keine Rechnungen. Es bedeutet lediglich, dass mehr Leute deinen Content konsumieren. Du kannst 20.000 Follower haben und trotzdem 0€ Umsatz. Du kannst aber auch mit 1.000 echten Fans 6-stellig verdienen.
Was bedeutet Trend-Hopping für deine Marke?
Trend-Hopping ist reaktiv. Deine Marke muss aber proaktiv geführt werden. Denn starke Marken brauchen klare & starke Haltungen. Sie inspirieren. Sie schaffen Formate. Sie setzen Energien. Und wenn du eine High-End-Marke führst (oder aufbaust), ist genau das der Unterschied zwischen ausgebucht und in der Masse untergehen.
Wenn du gelegentlich mal einen Trend mitmachst, der zu dir und deinen Werten passt – ok. Aber zu oft zeigst du damit, dass du deiner Stimme nicht genug vertraust. Du bist unsicher, suchst Bestätigung und reagierst auf das Außen. Und deine Kund:innen spüren das, insbesondere High End-Kund:innen. Sie kaufen bei Menschen, die für Werte und Haltung stehen. Die anders denken oder Vorausdenken. Sie wollen Menschen mit Substanz, mit eigener Persönlichkeit, mit Ideen. Keine Lemminge, die denselben Kram wie 95 % der anderen posten.
„Und wie schaffe ich dann Content, der zu meiner Marke passt?“
Die Frage kommt immer, berechtigterweise.
Zuerst will ich sagen: Wir sprechen jetzt hier natürlich gerade nur über Social Media. Es gibt noch andere Marketingtools (wie Pinterest, Online-Magazine, Blogs, Podcasts, Newsletter etc), bitte nicht vergessen. Denn es kann durchaus passieren, dass uns Social Media Plattformen mal verlassen.
Zweitens: Die Antwort: Identität statt Trends.
Finde 3 Eigenschaften heraus, die dich einzigartig machen. Diese 3 Eigenschaften sind dein Transmitter. Übertrage sie in alles, was du machst: Deine Worte, deine Gestik, deine Bilder, deine Storytelling-Formate. Und dann schaffe Wiedererkennung: Ein Set, ein Stil, ein bestimmtes Setting.
Am Ende wird es immer darauf hinauslaufen, wer du bist, wenn der Lärm verstummt.
Denn Trends kommen und gehen. Doch deine Marke bleibt. Wenn du dich traust, anders zu sein, deine Facetten zu zeigen und deine Wahrheit zu sprechen, auch wenn alle anderen gerade in die andere Richtung rennen, entsteht eine High-End-Marke, die stabil, anziehend und unverwechselbar ist.